Anreise

Es sind für Montag Demonstrationen angekündigt. Die Landwirte wollen mit sehr vielen Traktoren alle Zu-und Abfahrten zu den Autobahnen blockieren. Um diesem zu entgehen und auf jeden Fall rechtzeitig am Flughafen sein zu können, fahren wir am Sonntag los und übernachten im Hotel in Flughafennähe.

Andere aus der Reisegruppe treffen sich beim Italiener nebenan. Wir mussten feststellen, dass es mehrere Hotels mit gleichem Namen gibt und unseres in Kelsterbach liegt.

Am Morgen nehmen wir den Shuttlebus und sitzen dann schon um 10 Uhr abflugbereit am Flughafen. Um 15 Uhr beinnt das Einchecken und endlich um 18 Uhr fliegt der Flieger gen Istanbul.

Leider müssen wir umsteigen und sind dann erst ca 10 Uhr in Johannesburg. Die Formalitäten dauern und dauern…

Sofort beginnt das Programm. Stadtrundfahrt durch Johannesburg und Soweto. Es regnet! Damit hätten wir nicht gerechnet. Im Bus nicken die meisten ein, kein Wunder nach der anstrengenden Anreise.

Johannesburg ist eine relativ junge Stadt. 1886 hat der  Australier Georg Harrisson Gold entdeckt und daraufhin entstand im Zuge des Goldrausches die Stadt. Inzwischen leben hier 10 Millionen Menschen, die größte Stadt des Landes. Die Stadt liegt auf einem Hochplateau in 1800 Metern Höhe, eine Stadt ohne Wasser. Dieses wird mit aufwendiger Technik hochgepumpt, das führt u.a. auch dazu, dass es manchmal eben kein Wasser gibt. Die Minen unter der Stadt sind bis zu 5000 Metern in den Berg gegraben, weltweit die tiefsten.

Weil es keinen Zugang zum Meer gibt ist hier ein riesiger Trockenhafen entstanden.

Multikulti ist an der Tagesordnung, 11 Sprachen werden hier gesprochen, alle Religionen der Welt können ihre Rituale abhalten und es funktioniert!

Der Höhepunkt für unsere Stadtführerin war das Stadion, welches zur Fußballweltmeisterschaft gebaut wurde. Bei Veranstaltungen können dort 120 000 Menschen Platz finden! Gigantisch!

Ebenso gigantisch ist das Krankenhaus, in dem es 1200 Betten gibt, ein riesiger Komplex. Die Behandlung kostet 200 Rand, manchmal muss man zwei Tage darauf warten, aber es ist ein akademisches Lehrkrankenhaus und somit auf hohem Niveau.

Unsere Guide ist so begeistert von Johannesburg und Südafrika, dass alles nur wunderbar, wunderschön und herrlich kommentiert wird. Auch Soweto ist nur wunderbar. Wir fahren an Millionärshäuschen vorbei, die Wellblechhütten und Elendsviertel sehen wir zwar, auch den Müll, der überall in Mengen rumliegt, aber eher durch Zufall. Die Probleme spricht sie nur nebenbei an, über 50% und bei Jugendlichen sogar 57% Arbeitslosigkeit – alles wunderschön?

Bei Mama Lindi bekommen wir ein afrikanisches Essen serviert. Chakalaka, ein Gemüsegericht mit Möhren, herzhaft gewürzt, wird uns sehr ans Herz gelegt, weil es das Lieblingsessen von Nelson Mandela war. Hühnchenbeine, Rindfleisch, Kürbisgemüse, spinatähnliches grünes Gemüse. Rote Beetesalat und der unvermeidliche Mais runden das Menue ab.  

Bei Mama Lindi gibt es ein kleines Museum. In den Nebenräumen kann man sich anschauen, wie Wohnungen früher eingerichtet waren. Interessant ist das Elternbett, welches auf Farbeimern steht. Der Tokolosh, ein bösartiger, behaarter Zwerg wird so daran gehindert, ins Bett zu klettern und Unfug zu treiben. Außerdem ist der Stauraum darunter willkommen. Die Kinder schliefen sowieso auf dem Boden. Das Küchenmöbel erinnert an die Büffets, die bei uns in den 30er bis 50er Jahren üblich war.

Mama Lindi ist eine regionale Berühmtheit, Viele bereits vergilbte Zeitungsartikel an der Wand zeugen von früherem Ruhm.

Endlich in der Lodge Cradle Moon werden wir von einer Zebraherde begrüßt. Die Lodge hat viele Bungalows im afrikanischen Stil, Rundbauten mit Strohdach, perfekt eingerichtet und sauber.  Ein kleines Büfett wird für uns im Restaurant angeboten – gesättigt fallen wir ins Bett und schniefen und husten uns durch die Nacht.:((

Hinterlasse einen Kommentar