Es kommen ein paar Eselskarren, die uns zu einem Himbadorf transportieren sollen. GsD gibt es auch einen Kleinbus, denn die kleinen mageren Eselchen sind zu bedauern. Auf einem eigentlich zweisitzigen Karren sitzen vier wohlgenährte EuropäerInnen und der Eselsbesitzer und es geht den Berg hinauf. Die Esel sind zäh, alle kommen im Himbadorf an.
Es ist spannend was der Guide erzählt. Er ist selbst Himba und hat sich aus der Stammestradition gelöst, was er eindrucksvoll zeigen kann. Er dolmetscht und hat noch seine beiden unteren vorderen Zähne. Diese werden mittels Stock und Stein den Männern ausgebrochen, eine schmerzhafte Prozedur, bei der die jungen Männer fest angebunden werden mit Kopf und Körper, damit das auch gut klappt.
Die Frauen produzieren ein Pulver, welches mit Butter vermischt auf Körper und Haaren verteilt wird. Die Haare werden zusätzlich in Zöpfe geflochten und am unteren Ende dannn mit künstlichen Strähnen verlängert. Früher Tierhaare, heute Kunststoff. Wenn dann irgendwann die Haare soweit nachgewachsen sind, dass sie geschnitten werden müssen, tragen die Frauen ein Kopftuch, bis sie wieder die Haartracht herstellen können.
Die Struktur des Volkes ist so, dass zwei Männer im Dorf das Sagen haben, sobald sie einen bestimmten Halsschmuck tragen. Alle gehören zu einer Familie, also alle Kinder sind Abkömmlinge der beiden Männer. Es gibt eine gemeinsame Frauenhütte, die auch zur Entbindung genutzt wird und einzelne kleinere Hütten, für jede Frau mit ihren Kindern. Die Männerhütten sind die Kleinsten. Die Kleidung zu beschreiben fällt schwer, denn es gibt eigentlich nur Stoff oder Leder für die Blöße.



Die Kinder können kostenfrei die Schule besuchen, allerdings gibt es Lehrpersonal, welches dann bestimmt Bücher verlangt und dann haben die Menschen das Problem, dass sie Geld benötigen. Überhaupt ist es ein Vorzeigedorf, um die Kultur der Himbas den Touristen zu zeigen und irgendwie auch zu Geld zu kommen. Lebensmittel gibt es halt ebenfalls nicht kostenlos. Hühner, Ziegen und der Preis für eine Frau (1 Kuh) reichen nicht.
Zur Bestattung kommen die Menschen in ihr Heimatdorf, werden in einer Kuhhaut in einem Erdloch begraben. Ahnenkult scheint es nicht zu geben. (Meine Fragen danach wurden nur rudimentär beantwortet)
Insgesamt ein sehr interessanter Ausflug.
Nachmittags schlendern wir auf der Suche nach dem afrikanischen Leben durch den Ort. Abends kommt eine Tanzgruppe der Damara und führt zunächst bei Kerzenlicht traditionalle Tänze vor.
Und es gibt plötzlich Strom!!! Das ist das Problem hier überall. Man weiß nie, wann Strom da ist. Ohne Strom ist es auch nicht möglich, per Karte zu zahlen…..;)