2024 WoMo-Reise im südlichen Afrika

08.01.2024 bis 26.02.2024


Mutig haben wir uns für eine Reise durch drei Länder im südlichen Afrika entschieden. Kuga-Tours bietet Reisen für WohnmobilistInnen an. Schon in der Vorbereitung sind wir angenehm überrascht, wie gut alles organisiert ist.

Anreise

Die Reise beginnt am 08. Januar 2024 mit dem Flug ab Frankfurt/Main mit Zwischenlandung und Umstieg in Istanbul nach Johannesburg. Wegen der am 08.01.2024 zu erwartenden Probleme durch Bahnstreik und Protestaktionen der Landwirte an und auf den Autobahnen ist eine rechtzeitige Ankunft in Frankfurt nicht sicher. Aus diesem Grund reisen wir schon am Sonntag 07.01.24 nach Frankfurt.

Es sind für Montag Demonstrationen angekündigt. Die Landwirte wollen mit sehr vielen Traktoren alle Zu-und Abfahrten zu den Autobahnen blockieren. Um diesem zu entgehen und auf jeden Fall rechtzeitig am Flughafen sein zu können, fahren wir am Sonntag los und übernachten im Hotel in Flughafennähe.

Andere aus der Reisegruppe treffen sich beim Italiener nebenan. Wir mussten feststellen, dass es mehrere Hotels mit gleichem Namen gibt und unseres in Kelsterbach liegt.

Am Morgen nehmen wir den Shuttlebus und sitzen dann schon um 10 Uhr abflugbereit am Flughafen. Um 15 Uhr beinnt das Einchecken und endlich um 18 Uhr fliegt der Flieger gen Istanbul.

Leider müssen wir umsteigen und sind dann erst ca 10 Uhr in Johannesburg. Die Formalitäten dauern und dauern…

Sofort beginnt das Programm. Stadtrundfahrt durch Johannesburg und Soweto. Es regnet! Damit hätten wir nicht gerechnet. Im Bus nicken die meisten ein, kein Wunder nach der anstrengenden Anreise.

Johannesburg ist eine relativ junge Stadt. 1886 hat der  Australier Georg Harrisson Gold entdeckt und daraufhin entstand im Zuge des Goldrausches die Stadt. Inzwischen leben hier 10 Millionen Menschen, die größte Stadt des Landes. Die Stadt liegt auf einem Hochplateau in 1800 Metern Höhe, eine Stadt ohne Wasser. Dieses wird mit aufwendiger Technik hochgepumpt, das führt u.a. auch dazu, dass es manchmal eben kein Wasser gibt. Die Minen unter der Stadt sind bis zu 5000 Metern in den Berg gegraben, weltweit die tiefsten.

Weil es keinen Zugang zum Meer gibt ist hier ein riesiger Trockenhafen entstanden.

Multikulti ist an der Tagesordnung, 11 Sprachen werden hier gesprochen, alle Religionen der Welt können ihre Rituale abhalten und es funktioniert!

Der Höhepunkt für unsere Stadtführerin war das Stadion, welches zur Fußballweltmeisterschaft gebaut wurde. Bei Veranstaltungen können dort 120 000 Menschen Platz finden! Gigantisch!

Ebenso gigantisch ist das Krankenhaus, in dem es 1200 Betten gibt, ein riesiger Komplex. Die Behandlung kostet 200 Rand, manchmal muss man zwei Tage darauf warten, aber es ist ein akademisches Lehrkrankenhaus und somit auf hohem Niveau.

Unsere Guide ist so begeistert von Johannesburg und Südafrika, dass alles nur wunderbar, wunderschön und herrlich kommentiert wird. Auch Soweto ist nur wunderbar. Wir fahren an Millionärshäuschen vorbei, die Wellblechhütten und Elendsviertel sehen wir zwar, auch den Müll, der überall in Mengen rumliegt, aber eher durch Zufall. Die Probleme spricht sie nur nebenbei an, über 50% und bei Jugendlichen sogar 57% Arbeitslosigkeit – alles wunderschön?

Bei Mama Lindi bekommen wir ein afrikanisches Essen serviert. Chakalaka, ein Gemüsegericht mit Möhren, herzhaft gewürzt, wird uns sehr ans Herz gelegt, weil es das Lieblingsessen von Nelson Mandela war. Hühnchenbeine, Rindfleisch, Kürbisgemüse, spinatähnliches grünes Gemüse. Rote Beetesalat und der unvermeidliche Mais runden das Menue ab.  

Bei Mama Lindi gibt es ein kleines Museum. In den Nebenräumen kann man sich anschauen, wie Wohnungen früher eingerichtet waren. Interessant ist das Elternbett, welches auf Farbeimern steht. Der Tokolosh, ein bösartiger, behaarter Zwerg wird so daran gehindert, ins Bett zu klettern und Unfug zu treiben. Außerdem ist der Stauraum darunter willkommen. Die Kinder schliefen sowieso auf dem Boden. Das Küchenmöbel erinnert an die Büffets, die bei uns in den 30er bis 50er Jahren üblich war.

Mama Lindi ist eine regionale Berühmtheit, Viele bereits vergilbte Zeitungsartikel an der Wand zeugen von früherem Ruhm.

Endlich in der Lodge Cradle Moon werden wir von einer Zebraherde begrüßt. Die Lodge hat viele Bungalows im afrikanischen Stil, Rundbauten mit Strohdach, perfekt eingerichtet und sauber.  Ein kleines Büfett wird für uns im Restaurant angeboten – gesättigt fallen wir ins Bett und schniefen und husten uns durch die Nacht.:((

Mittwoch, 10.01.

Heute werden uns die WoMos präsentiert. Relativ neue Autos, mit dem Nötigsten ausgestattet, Automatikgetriebe. Nachdem alle Verträge abgeschlossen sind fahren wir mit dem Bus nach Pretoria.

Der Name der Stadt geht zurück auf den Gründer, der diesen zur Ehre seines Vaters ausgesucht hat. So ist dem Herrn Pretorius ein Denkmal gesetzt.
Leider regnet es schon wieder.

Die Stadt wurde 1855 gegründet. Sie ist etwas älter als Johannesburg, liegt auf ca 1300 m Höhe und hat deswegen ein freundlicheres Klima. Heue leben hier 3,2 Millionen Einwohner auf einer recht großen Fläche. Zur Gründungszeit hat man im heutigen Bürgerpark noch Löwenjagden abgehalten! 

Wir sehen den sog. Kirchplatz, dessen Kirche schon 1904 abgerissen wurde. Prachtbauten säumen den Platz und mitten drin ein Denkmal für Herrn Krüger, den Namensgeber des Nationalparks. Zu seinen Füßen Figuren der vier Vortrekker-Führer. Rund um den Platz Prachtbauten im Stil des 19. Jahrhunderts, Gericht, Bank, Café (für die Damen), die Bar (für die Männer).

Weniger Industrie, vielmehr Militär und Botschaften, also diplomatische Vertretungen aus aller Welt haben hier ihre Standorte.

Schöne Baumreihen säumen die Straßen im Diplomatenviertel, eine Jakarantaallee, die heimischen Akazia coru und weißes Strukturholz, Magnolie grandiflora und andere, deren Namen ich schon vergessen habe.

Kurzer Fotostopp am Melrose-House, in dem der Friedensvertrag zwischen den Enländern und den Buren geschlossen wurde.

Wir fahren vorbei an einem wildtierärztlichen Klinikum.

Von Ferne ist die Uni of SA zu sehen. 380.000 Studierende werden dort ausgebildet.

Ein Höhepunkt der Stadtbesichtigung ist der Besuch bei Nelson Mandela. Die neun Meter hohe Figur steht unterhalb des Gebäudes des Parlaments, in dem die Union besiegelt wurde und auch heute noch tagt. Mandela hat einen tollen Blick über die Stadt und wird von vielen Menschen besucht.

Nach der Mittagspause besuchen wir das Vortrekker-Monument. Es hat baulich große Ähnlichkeit mit dem Leipziger Völkerschlacht-Denkmal. Beim Besucher entsteht der Eindruck einer Parallität zwischen der Eroberung in Nordamerika durch die Europäer. Hier wurden allerdings nicht die eigentlichen Ureinwohner vertrieben. Dies sind nämlich die sog. Buschleute, die ihrerseits schon vor dem Eintreffen der Europäer von den Einwanderern der schwarzen Bevölkerung aus dem nördlichen Afrika vertrieben wurden. Diese wiederum wurden von den Europäern kolonisiert und vertrieben. Das Denkmal wurde insbesondere in Erinnerung an die gewonnene Schlacht am Blutfluß errichtet. Hier wurden 76 Ochsengespanne der Vortrekker zu einer Wagenburg gebaut und den Angriffen der Schwarzen Bevölkerung entgegen gestellt.

Donnerstag, 11.01.

Heute endlich beginnt die Womo-Reise! Wir fahren zu Maui, dem Vermieter. Es dauert, bis alle Formalitäten geregelt sind, schließlich sind es 14 Womos die sich auf die Tour begeben. Hier und da sind noch Kleinigkeiten zu regeln bzw. zu reparieren (in „unserem“ hat es reingeregnet:( ) Aber Rafik, der Mechaniker, der sowieso die Tour begleitet, behebt jeden Schaden oder löst jedes Problem ruhig und gelassen.

Nachtrag: ohne Rafiks Hilfe wären wir aufgeschmissen. Im Laufe der Tage werden all die Mängel offensichtlich. Unser Womo ist ein Sprinter, eigentlich gut. Allerdings ist der Aufbau schlecht, sehr schlechte Qualität. Rafik ist ein Universal-Genie! Er kann alles reparieren.

Zunächst klettert er aufs Dach und verbraucht zwei Tuben Silikon, damit das Dach dicht wird. Dann repariert er die Gasleitung, weil die Flamme ständig ausgeht und wir nicht mal Wasser kochen können. Überhaupt wird es wohl bald so sein, dass wir uns auf Restaurantessen einstellen müssen, denn die Küchenausstattung ist mehr als erbärmlich. Die Eingangstür ist nicht abschließbar und lässt sich nur mit Kraft überhaupt öffnen. Wir haben nur heißes Wasser in Küche und Bad – damit müssen wir wohl leben in den nächsten Wochen. Rafik ist auch bei den anderen Mobilen ständig im Einsatz, immer freundlich und gelassen.

Wir fahren zunächst zur Einkaufsmeile um uns mit allem Nötigen und Unnötigen zu versorgen. Die Betten sehen etwas unbequem aus – also besorgen wir uns einen Topper, damit wir auf jeden Fall ausgeruht die Tage beginnen können.

Endlos große Mangoplantagen begleiten uns auf dem Weg – es ist Haupterntezeit und ich freue mich schon auf viele frische Früchte.

Im Camp Pienaardam bei Middelburg fallen wir nach der Lagebesprechung todmüde ins Bett. Linksverkehr, viele Informationen, Einrichten des Womos und das Ganze mit unserer heftigen Erkältung – der Schlaf war nötig und wichtig.

Freitag, 12.01.

Gut ausgeruht fahren wir frohgemut Richtung Drakensberge. auf dem Weg an einem Stausee entlang sehen wir rechts und links viele Termitenhügel. Unsere fröhliche Fahrt wird unterbrochen von einer Kaffee-Pause und nettem Geplauder einer Gruppe Einheimischer, die auch zum Krügerpark wollen.

Weiter ist die Straße gekennzeichnet von sehr vielen und tiefen Potholes, die eine rasche Fahrt unmöglich machen. Dann in einer Baustelle ein LKW-Unfall, mit Stau.

Das alleine wars nicht, denn die Straße ist nicht mehr als solche zu erkennen. Rutschiger Matsch, Potholes und viele wirklich „Abnormale“ LKWs machen die Fahrt bzw. das Schneckentempo zum Erlebnis. Die LKWs haben zwei tiefe Aufleger, sind viel länger und transportieren wahrscheinlich Kohle aus den Minen um Middelburg. Endlich sind wir durch, die Womos verdreckt von allen Seiten – aber es geht endlich zur Passstraße mit dem schönen Namen „The Panorama“. Es geht von ca 1400 m auf 2150 m hinauf. Am HOOGSTE PUNT VAN PAD sind wir angekommen und blicken auf grandiose Landschaft.

Bergab bestaunen wir ebenfalls die wirklich faszinierende Landschaft – das entschädigt für den Stau.

Bei Sabie und beim Mac-Mac-Fall gibt es herabstürzendes Wasser zu bestaunen! (wir sind ein bischen verwöhnt durch die norwegischen Falls)

In Graskop müssen wir volltanken, so stehts im Routebook. Dann ist es nicht mehr weit zum Blyde River Camp Panorama in Graskop.

Das Camp hat seinen Namen zu recht, es gibt einen unglaublichen Blick in Tal, besonders am Beckenrand des Pools. Besonders Mutige oder Leichtsinnige spazieren am Rand entlang mit Blick auf den Canyon. 😦

Samstag, 13.01.

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