Unsere Elbe-Radtour mit Johannes und Rosi 2021

18.08.2021 bis 28.08.2021

Gemeinsam mit Rosi und Johannes starten wir um 8.30 Uhr nach Koblenz zum Hauptbahnhof- Unser Zug soll uns ab 09.44 Uhr nach Dresden bringen. Leider hat der IC schon in Koblenz mehr als 15 Minuten Verspätung. Naja, das    klappt bestimmt, denn in Köln müssen wir nur auf dem gleichen Bahnsteig den Zug wechseln und haben 30 Minuten Zeit dafür.

Falsch gedacht, denn unser Zug kommt am Gleis 4 an und nicht an Gleis 3 und wir sehen den Anschlusszug gerade wegfahren….

Da wir mit vier Rädern unterwegs sind, ist es schwierig, eine neue Verbindung zu bekommen ohne viele Umstiege. So sitzen wir im „Schweinske“ und lassen uns von einer ausgesprochen freundlichen Bedienung verwöhnen mit Essen und Getränken. Pumpelsatt spazieren wir zur Buchhandlung und landen danach in einer Schmuck-Boutique, wo es viiiiele Ohrringe und sonstigen Klunker gibt. Beute: ein paar Ohrringe.

Im Zug gibt es Diskussionen, weil nur drei Radplätze gebucht sind, mehr waren nicht zu bekommen.

Aber wir sitzen und fahren gen Dresden.  Es ist ätzend, denn wir sind heute früh aufgestanden und entsprechend müde. Noch zwei Stunden, noch eine Stunde, endlich da, Dresden Neustadt. Hier in der äußeren Neustadt liegt die Pension Ole und nach knapp fünf Minuten Fahrt sind wir da. Ohne langes Gefackel fallen wir ins Bett und schlafen ein.

Donnerstag, 19.08.21

Zunächst frühstücken wir im Café in der Nähe, dann los zum Bahnhof und per S-Bahn nach Bad Schandau.

Hier nutzen wir die Fähre und setzen über die Elbe, um das Städtchen anzusehen. Leider sind in den Geschäften und an den Schaufenstern viele Zettel und Inschriften angebracht, die eindeutig Querdenker und AfD-Thesen verbreiten. Dies verleitet uns längeren Aufenthalt und so radeln wir direkt zum Radweg.

Nach kurzer Fahrt wird eine Sperrung angekündigt und wir müssen zurück, diesmal über die Brücke zum Fähranleger. Nun sind wir auf dem Weg nach Pirna. Der Weg ist etwas hügelig, aber schön.

Panorama Bastei

Vorbei an der Bastei und Königstein empfängt uns Pirna.

Die Stadt ist wunderschön „aufgemöbelt“. Nach dem großen Elbehochwasser musste sehr viel renoviert werden und man hat sich am Bild von Canalotti orientiert und diesem ziemlich entsprechend die Innenstadt wieder aufgebaut. Wie bereits bei meinen letzten Besuchen bin ich wieder begeistert! Wir sind auf der Suche nach Kaffee und Kuchen und landen im Café des Schauspielers Tom Pauls, der die Kunstfigur „Tante Ilse“ erfunden hat. Es gibt „Eierschegge“ und e Dässl Heeßen. Der Traditionskuchen Eierschecke ist was besonders Leckeres und wir glücklich.

Bei einer kleinen Stadtrundfahrt gelangen wir zur Stadtkirche St. Marien und werden überrascht von der schönen Innenausstattung. Die spätgotische Hallenkirche ist schön gemalt, alles noch alte Fresken. Ein bewundernswertes Gewölbe gehört zu den bemerkenswerten Leistungen der spätgotischen Gewölbekunst – so lesen wir im Prospekt. Der Taufstein aus dem Jahr 1561 beeindruckt durch die Darstellung von 26 Kindern auf dem Fuß.

 Weiter an der Elbe entlang geht es nun zügig bis Dresden. Viele Touris sind hier unterwegs, ein Getümmel und obwohl wir ja ebenfalls dazu gehören, sind wir etwas angestrengt durch die Menschenmassen. Ein Blick rundum, Frauenkirche, Zwinger, Galerie der Fürsten, Semperoper und weiter auf die August-Brücke, wo der goldene August auf seinem Pferd Richtung Neustadt reitet.

Wieder in der äußeren Neustadt angelangt suchen wir ein Lokal und landen bei den Falafel-Freunden – ein Genuss für mich und was zum Sattwerden für die anderen;) Ein Lokal für den Absacker ist nicht zu finden bzw. das Angebot entspricht nicht unseren Vorstellungen. So kaufen wir im Solidaritätsladen zwei Flaschen gekühlten Weißwein, lassen den Korken gleich im Geschäft ziehen und spazieren zum Zimmer. Ein paar runden Siebenström vollenden den heutigen Tag.

57 km

Freitag, 20.08.21

Heute radeln wir am rechten Elbufer zunächst ohne Frühstück los und genießen nochmal den Blick auf die Frauenkirche und das berühmte Stadtpanorama. Dann öffnet sich der Blick und eine neu gebaute Moschee samt Minarett wird sichtbar, fügt sich gut in das Panorama ein.

In Mickten finden wir eine nette Bäckerei und genießen unser Frühstück. Weiter geht’s zügig bis Meißen.

Frühstück in Mikten

Kurzer Stop in einem Dresdener Vorort, in dem die älteste Sommerlinde Dresdens zu bestaunen ist. Ca. 900 Jahre alt soll sie sein. Durch einen Brand stark geschädigt ist sie trotzdem noch ein vitales Denkmal.

Die Elbe ist hier ein breiter, ruhiger Fluss, es wirkt entspannend.

Die Burganlage samt Dom in Meißen grüßen schon von weitem. Und die sächsische Conditorei lädt zu Kaffee und Kuchen ein. Heute gibt es Mohnkuchen, lecker!

Eine kleine Stadtrundfahrt zum Bewundern der schön renovierten Häuser aus der Renaissance-Zeit, dem spätgotischen Rathaus und Bürgerhäusern auch aus der Barockzeit.

Manfred probiert den sächsischen Wein.

Unterwegs begeistern uns uralte, riesige Pappeln.

Weiter rechtselbisch gelangen wir bis Röderau, wo wir heute übernachten. Leider ist der Weg nicht so prickelnd, es gibt viel Pflaster aus groben, sehr unregelmäßigen Steinen mit breiten Rillen dazwischen. Wir werden ordentlich durchgerüttelt. Einmal geht es sogar eine Treppe abwärts! Eine Zeitlang auf dem Elbdeich, sehr schmal, so dass wir bei Gegenverkehr anhalten müssen. Immer wieder sind Markierungen angebracht, um zu zeigen, wie hoch das Wasser im Jahr 2002 stand, erschreckend hoch!

Wir übernachten in Röderau bei Riesa im Gasthof Hänel.

Der Abend klingt aus bei gutem Essen, Siebenström und sächsischem „Mümmelmann“ auf Eis. Wir lachen viel und haben richtig Spaß.

60 km

Samstag, 21.08.2021

Zeithein -Döbern

08.30 Uhr gibt es Frühstück. Große Auswahl mit Aufbackbrötchen, Wurst und Käse, Ei, Orangensaft.

alles klar zum Start

Gut gesättigt radeln wir los. Heute ist es warm und sonnig! Vorbei an Riesa führt der Weg auf der linken Elbseite nach Strehla und weiter bis Belgern. Belgern ist eine sog. Rolandstadt. Im Mittelalter wurden die Statuen aufgestellt, um zu zeigen, dass man Stadtrechte und Gerichtsbarkeit hatte. Besonders im Osten und Norden des Reiches gab es diese Tradition. Hier in Belgern gibt es den Rolandspark, in dem Nachbildungen der verschiedenen Statuen aufgestellt sind. Der Bremer Roland ist wohl der Bekannteste, aber auch Halle, Halberstadt, Wedel, Halbersleben, Stendal, Magdeburg und Brandenburg haben Rolandstatuen.

Nach 40 km machen wir die erste längere Pause in Belgern am Marktplatz, gut bewacht vom Roland, der mit seiner Größe von 5 Meter an der Rathausecke steht und den Platz fest im Blick hat.

Direkt am Marktplatz befindet sich dann als weitere Sehenswürdigkeit eine alte Postsäule.


Weiter führt uns der Weg zur ersten Radfahrerkirche (Radfahrerinnen?) in Weßnig. Eine alte Kirche ist von außen schön renoviert und im Innenraum soll dies demnächst passieren.

Flott gelangen wir nach Torgau. Das Schloss ist schön renoviert, im Innenhof alles schön bemalt und hergerichtet, eine Augenweide. Traurig: Im Burggraben werden Bären gehalten, ein Elend. Der eine hat schon Hospitalismus und der andere liegt nur schlapp rum. Was soll er auch schon machen in seinem Gefängnis?

Noch eine kleine Stadtrundfahrt vor Allem über den Marktplatz mit wunderschönen Häusern aus der Renaissancezeit und weiter geht’s Richtung Wittenberg, unserem Ziel für morgen.

Wir übernachten in Döbern, in der Pension Kaminski. Nette Wirtin, netter Gartenplatz und leckeres Essen runden den heutigen Tag ab. Die Herren wollen Sportschau gucken und so gibt es heute keine Spiele;) Irgendwie sind alle ein wenig müde…., kein Wunder nach 65 km!

Der Weg war heute zeitweise sehr „meditativ“, rechts Wiese, links Wiese, rechts Mais, links Mais.

Sonntag, 22.08.2021
Döbern – Wittenberg

Heute soll es gegen Mittag regnen, deshalb frühstücken wir schon um 8 Uhr.

Wir radeln von Döbern aus an kleinen Orten vorbei eine schön gewundene Strecke mit rechts Wiese, links Wiese, rechts Mais, links Mais, rechts abgeerntetes Feld und links dito Richtung Dommitzsch, wo wir schon von weitem eine trutzige Kirche sehen. Überhaupt gibt es viele sehr stabil aussehende Kirchen mit viereckigen Türmen und dänisch anmutendem Baustil. Leider nahezu alle geschlossen.

Nun steht die Überquerung der Elbe an.

Das recht große Schloss bei Pretzsch sehen wir von weitem und „entern“ die Fähre. Es ist eine Gierfähre, die den Motor nur benötigt, um das Gefährt quer zum Strom zu drehen. Auf dem Weg nach Klöden sehen wir eine Burg und hoffen auf einen Kaffee oder so. Ein Hinweisschild verkündet, dass die Burggaststätte ab 11 Uhr geöffnet ist. Nix wie hin! Immerhin sind wir schon mehr als 40 km gefahren und die Kaffeepause ist dringend. Eine schöne Burggaststätte mit Freisitz, Seerosenteich und netten Wirtsleuten finden wir vor. Das Speisenangebot verlockt uns zu deftigem zweiten Frühstück, Bauernfrühstück.

Die Burg wurde erstmals im Jahre 965 urkundlich erwähnt, hat eine sehr wechselvolle Geschichte und die jetzigen Eigentümer renovieren zusammen mit einem Förderverein. Das dauere noch Jahre, erzählt der Wirt. Ein kleines Burgmuseum gibt es auch zu besichtigen, ebenso den Folterkeller. Gestärkt und etwas ausgeruht machen wir uns auf dem Weg nach Wittenberg, der Lutherstadt.

Es gibt überall die schönen dicken alten Bäume, eine Pracht! Linden, Pappeln, Eichen, Robinien, alle alt und dick und wunderschön.

Marktplatz Wittenberg

Wittenberg
Die Stadt ist wunderbar renoviert und geputzt, wahrscheinlich hat das 500-Jahre-Reformations-jubiläum diese Arbeiten beschleunigt. Hier in der Stadt sind neben den bekannten Gebäuden und Kirchen sehr viele Theolog*innen ausgebildet worden und werden immer noch ausgebildet. Berühmte Menschen aus allen Jahrhunderten bekamen an den Häuserfronten eine Gedenktafel, von Melanchton bis zu einer Künstlerin im 20. Jahrhundert. Ein Stadtspaziergang durch die beiden Hauptachsen lässt uns staunen. Zum Ausklang des Abends gehen wir in den Innenhof der Brauerei, sehr schönes Ambiente!

Unser Hotel ist nahe der Innenstadt und dennoch ruhig.

67 km

Montag, 23.08.2021

Es regnet! Lange und ausführlich, so dass wir uns nur zögernd auf den Weg begeben. Zunächst müssen noch T-Shirts anprobiert und gekauft werden….

Dann radeln wir auf dem Elberadweg bis Coswig. Wirklich viel Spaß bereitet es nicht….

Bei Coswig müssen wir die Elbe queren. Der Fährmann hat heute besonders schlechte Laune, erklärt uns dennoch zum Schluss, bei der Abfahrt noch das Prinzip der Fähre. Das Drahtseil, an dem die Bojen und der Anker hängen muss doppelt so lang sein, wie der Fluss breit, hier also 250 Meter. Mittels eines kleinen Motors wird die Fähre quer zur Fließrichtung gedreht und dann nur durch die Kraft des Wassers ans andere Ufer gezogen. Erstaunliche Technik, denn auch Autos setzen über.

Wir gelangen nach Wörlitz und wollen eigentlich die Gartenanlagen besichtigen. „Zuerst mal einen Kaffee zum Aufwärmen“. Das Angebot einer heißen Suppe wird sehr dankbar angenommen- im Hochsommer, Mitte August!

Gestärkt radeln wir weiter, der Garten lockt überhaupt nicht mehr, denn es regnet immer noch.

Zwischen Wörlitz und Dessau empfängt uns die Gartenlandschaft, die auch zum Weltkulturerbe gehört. Wir bewundern die griechisch anmutenden Gebäude und die Solitude. Und nochmal schauen wir in Dessau die Villa Luisium und den Garten dazu. Hier wachsen viele, viele Lindenbäume, die der Fürst seiner Geliebten zu Ehren anpflanzen ließ.

Auch die berühmten Häuser des Bauhauses liegen am Weg…, der uns nun zu unserer Unterkunft in Aken führt.

Bei Frau Zoetsche in der Privatunterkunft werden zunächst die Räder in der Garage versorgt. Diese ist eigentlich eher eine Schreinerwerkstatt für den „Holzwurm“, der mit Holz handelt und vielerlei Dinge aus Holz herstellt.

Nachtrag: Am Wegesrand und am Deichrand blüht es vielfältig. Strandflieder, Zichorien, wilder Hibiskus, Huflattich und andere gelbe Blümchen, Schafgarbe, Rainfarn, wilde Möhre, Klee, um nur einige zu nennen. Auch Spitzwegerich, Sauerampfer erkenne ich im Vorbeifahren, es ist eine Wohltat fürs Auge.

Wieder spielen wir Siebenström.


64 km

Dienstag, 24.08.2021

Das Frühstück ist sehr reichlich und so gestärkt radeln wir los, Richtung Magdeburg. Zügig durchfahren wir das Weltkulturerbe Biberland Mittelelbe und sehen auch die Reste eines alten Schlosses. In Schönebeck/Elbe erreichen wir nach gut 40 km strenger Fahrt noch den Zug nach Magdeburg. Trotz Streik der GdL. Es ist zwar nur eine kurze Strecke, aber wir ersparen uns die Fahrt durch das Industriegebiet und die Vorstadt. Zunächst ein kurzer Blick auf den Dom, dann erstmal Stärkung und endlich „der Roland“ am Rathaus in Magdeburg. Der goldene Reiter mit Blick aufs Rathaus glänzt in der Sonne, kann jedoch nicht mithalten mit Roland;)

Nun endlich ist Zeit genug für den Dom. Die Renovierung ist noch nicht abgeschlossen, aber der Altarraum und die Kapitelle sind schon vom Dreck der Zeit befreit. Der Dom ist unglaublich hoch, sehr schlicht. Viele Reliefs aus der Renaissancezeit schmücken die Wände. Schön, dass es hier noch den Lettner gibt, der im Zuge der Reformation in vielen Kirchen abgerissen wurden.

Von Magdeburg aus sind es noch ca. 17 km bis zum Wasserstraßenkreuz, wo der Mittellandkanal über die Elbe geführt wird.

Beim Siebenström wird wieder viel gelacht. Margret hat einmal vier Zehner auf der Hand, das sicherste Blatt zum Gewinnen!

70 km

Mittwoch, 25.08.2021

Heute haben wir eine lange Strecke vor uns und frühstücken schon um 8 Uhr. Das Landhaus Trogbrücke ist sehr empfehlenswert. Das Personal gut geführt, freundlich und auf Zack. Auch die Chefin besticht durch Professionalität, Freundlichkeit und Eloquenz.

Wir radeln ein Stück am Mittellandkanal entlang, folgen dem Navi und biegen dann ab durch den Wald, um den Weg abzukürzen. Leider ist er Weg nicht so gut befahrbar, sandig, holprig und auch nicht wirklich eine Abkürzung. Irgendwann gelangen wir zu einem Campingplatz mit Spielanlage und Kaffee!

Weiter weiter weiter – wir wollen nach Tangermünde. Teilweise müssen wir gegen ziemlich heftigen Wind radeln, aber irgendwann, nach ca. 65 km sind wir da.

Durch die schlechte Wegstrecke und den Wind brauchen wir Saft für die Räder. Es gibt eine E-Bike-Ladestation der Stadt, deren Bedienung etwas umständlich ist. Auf dem Marktplatz sind Stände der Verkehrswacht aufgebaut. Eine Aktion für Senioren gedacht, nicht sehr frequentiertL. Die Verkehrswachtler bieten uns an, die Akkus bei ihnen am Stand aufzuladen, ein Angebot, welches wir dankend annehmen.

Die Stadt ist ein Kleinod der Backsteingotik, es gibt Türme, Häuser und Bauwerke, die einfach wunderschön sind. Die große Kirche ist ebenfalls ein gotisches Gebäude, sehr hoch. Schlicht in der Ausstattung. An der seitlichen Empore ist die Bibelgeschichte gemalt und unter jedem Bild steht der Name des Spenders.

Wir essen lecker im Gasthof zur Post, sind jedoch ein wenig frustriert oder überrascht von den relativ unfreundlichen Bedienungen. Ein „Einheimischer“ erklärt uns, dass dies Ausdruck der altmärkischen Mentalität sei und der Service gerade hier noch sehr verbesserungswürdig sei.

Gut gestärkt radeln wir die letzten ca. 15 km nach Stendal. Gerade als wir in der Pension ankommen beginnt es zu tröpfeln.

Gemütlich lassen wir den Abend ausklingen bei einem Gläschen Wein und Siebenström.

76 km

Donnerstag, 26.08.2021

Heute haben wir einen „Ruhetag“, weil die für heute geplante Strecke nur ca. 40 km sein wird.

In der Pension in Stendal haben wir auf guten Betten und sehr ruhig geschlafen. Das Frühstück gibt es im angegliederten Hotel und ist gut und reichlich.

Bevor wir so richtig losradeln müssen wir unbedingt dem Stendaler Roland einen Besuch abstatten. Einer der größten Rolande steht wieder, frisch restauriert, vor dem Rathaus. Er ist geschmückt mit Indianerfedern – das Warum hat sich uns nicht erschlossen. Noch eine kleine Stadtrundfahrt und dann auf den Weg nach Sandau/Elbe, wo wir im Schützenhaus heute untergebracht sind.

Relativ bald fängt es zu regnen an. Zunächst nur tröpfelnd, aber dann geht’s richtig los, noch bevor wir uns in Regenzeug eingepackt haben. Schnell radeln wir zu einer ehemaligen LPG und stellen uns unter. „Privatgelände“, das ist nicht gern gesehen. Nach Blitz und Donner finden wir einen neuen Unterstellplatz und ein paar Kilometer weiter noch einen Carport, der uns schützt. Irgendwann ist auch der heftigste Gewitterregen vorbei und nun sehen wir zu, dass wir möglichst schnell vorankommen.

Arneburg soll laut Reiseliteratur so toll sein, also suchen wir die Schönheiten und finden sie nicht wirklich. Die Kirche hat einen rechteckigen trutzigen Turm aus der romanischen Zeit. Innen ist kein Prunk, man merkt, dass die Menschen ihre Kirche so einfach und dennoch solide ausgestaltet haben, wie auch ihr Zuhause. Dicke Holzbalken an der Decke, solide Kirchenbänke. Im Ort sind zahlreiche schöne Häuser zu sehen.

Den Besuch der Aussichtsplattform sparen wir uns wegen des Wetters.

Der Ort wirkt leer, ausgestorben. Es gibt kein Gasthaus für den obligatorischen Kaffee, aber ein Bürgercafé, welches von einem Förderverein betrieben wird. Hier gibt es Kunstausstellungen und ähnliche Veranstaltungen. Und heute Kaffee, Kuchen und Würstchen!

Nochmal mittels Gierfähre über die Elbe und schon sind wir da und werden freundlich empfangen. Ab 18 Uhr ist die Gaststätte geöffnet für Speisen nach gutbürgerlicher Art bzw. Hausmannskost. Meine Frage nach dem vegetarischen Angebot erntet etwas Unverständnis und dann die Aussage, dass Camembert da sei. Und Salat. Na also, geht doch;)

40 km

Freitag, 27.08.2021

Schlechtes Wetter ist angesagtL. Also frühstücken wir zeitig und radeln los. Selbstverständlich machen wir einen Abstecher nach Havelberg, ein Ort auf einer Insel, der als sehr schön im Reiseprospekt beschrieben ist inmitten all der Gewässer rundum: Havel, Elbe und Elbe-Seitenarme, es ist eine Auenlandschaft und bietet genug Überflutungsflächen für Hochwasser.

Wir würden ja gerne die hochgelobte Kirche besichtigen – für den oder die KüsterIn sind wir eindeutig zu früh dran und stehen vor geschlossener Türe. Eine kleine Stadtrundfahrt und wieder über die Brücke zurück auf den „rechten Weg“. Es ist ein wenig meditativ, Wiese rundum.

Plötzlich und unerwartet ereilt uns ein Regenschauer, heftig ist’s und wir werden nass, bevor es uns gelingt, die Regenjacken zu schließen.

Im Storchendorf Röhrstedt würden wir gerne Kaffeepause genießen und ein wenig trocknen, leider sind die Möglichkeiten sehr begrenzt und nichts ist offen. Ein Wirt sagt doch glatt: „ich muss putzen, es gibt nichts.“

Also weiter meist auf dem Deich entlang und vorbei an einer sehr schönen Eichenallee, dicke alte Eichen, wunderbar.

Rasch gelangen wir nach Wittenberge, dem Ziel und Endpunkt unserer Radtour. Im Hotel Singer sind wir angemeldet. Singer bzw. die Familie war wohl früher Besitzer des Hauses, denn überall sehen wir Hinweise auf die Firma Singer-Nähmaschinen, die früher hier in Wittenberge hergestellt wurden, bevor die DDR dann im Veritas-Werk Nähmaschinen produzierte.

Auch hier sind wir so früh nicht willkommen, weil geputzt werden muss. Die Dame an der Rezeption ist ungehalten, obwohl wir beteuern, dass wir wegen des Regens so früh dran sind und noch gar nicht in die Zimmer wollen.

Wir dürfen unser Gepäck abstellen und gehen dann in die Stadt. Überall sind bunte Regenschirm über den Straßen aufgehängt. Haben die Wittenberger gewusst, dass der Sommer so bescheiden ist?

Ein netter Sizilianer „lockt“ uns in sein Lokal und wir speisen lecker italienische Gerichte. Beim Stadtbummel durch die (kleine) Einkaufsstraße machen Rosi und ich sogar ein wenig Beute;)

Die Zimmer bzw. das Hotel hat einen Charme, schön renoviert, das Haus ist aus der Gründerzeit und behutsam restauriert. Die Zimmer betritt man durch einen kleinen Flur, sind groß, auch das Badezimmer.

Abends besuchen wir noch ein Lokal, in dem es italienisches, indisches und türkisches Essen gibt. Alles gut und lecker, sehr freundliche Bedienung, alles sehr sauber. Prima.

45 km

Samstag, 28.08.2021

Die Heimreise per Bahn verläuft relativ reibungslos, nur 40 Minuten Verspätung.

Gesamtkilometer:  544, Manfred hat 573 – woher wohl????

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